Frettchen sehen zwar süss aus, sind aber Raubtiere aus der Familie der Marder. Ihren Ursprung haben sie beim europäischen Iltis und wurden bereits vor zwei Jahrtausenden gezüchtet, um Kaninchen zu jagen. Das Frettchen wird heute vermehrt als Haustier gehalten, was einige Herausforderungen birgt. Insbesondere was die Haltung, Ernährung und Pflege angeht gilt es Einiges zu beachten. Was dies beinhaltet, erklären wir dir in diesem Artikel.
Steckbrief Frettchen
- Grösse: Weibchen 25cm – 40cm, Männchen 45cm – 65cm
- Gewicht: 800 – 1700 Gramm
- Fell: Kurze Unterwolle, etwas längeres Deckhaar
- Alter: 6 – 8 Jahre
- Weibliche Form: Fähe
- Männliche Form: Rüde
Voraussetzungen und Bewilligungen
Je nach Land werden andere Bedingungen an die Haltung von Frettchen geknüpft. In der Schweiz wird aufgrund der Einteilung als Wildtier beispielsweise eine Haltebewilligung vorgeschrieben sowie ein Sachkundeausweis für den Umgang mit Frettchen.
Für entsprechende Informationen schaue bitte in den entsprechenden Bestimmungen deines Landes / Kantons oder Bundeslandes nach.
Welchen Charakter haben Frettchen?
Wer sich für Frettchen entscheidet, der bekommt neugiere, oft lebhafte Gefährten. Der Entdeckerdrang ist gross, so werden alle Winkel der Wohnung oder des Hauses genauestens inspiziert. Ebenso sind sie sehr verspielt und benötigen deshalb genügend Beschäfitungsmöglichkeiten. Gerne kauen Frettchen auf Kabeln herum, diese müssen also gut geschützt sein.
Frettchen sind anhänglich und können richtig verschmust sein. Dies bedingt jedoch bei der Anschaffung einige Zeit der Angewöhnung.
Kommunikation und Sinne
Da Frettchen in der Natur dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind ist ihr Sehvermögen nicht sehr gut. So nehmen sie keine Farben wahr, haben aber einen umso besseren Geruchssinn. Auch der Tastsinn ist sehr gut ausgeprägt. Mittels Tasthaaren auf der Oberlippe können sie die Entfernung gut abschätzen und sich so auch bei schlechten Sichtverhältnissen sicher bewegen. Ebenso gut wie Geruchs- und Tastsinn ist der Geschmackssinn. Die Kommunikation unter Artgenossen findet mittels Töne im Ultraschall-Bereich statt, die für Menschen unhörbar sind.
Wie viel Platz braucht ein Frettchen als Haustier?
Die quirligen Tiere kannst du gut in der Wohnung halten. Dafür musst du jedoch einige Sicherheitsmassnahmen ergreifen. Du benötigst ein entsprechendes Innen- oder Aussengehege. Dieses sollte als absolutes Minimum zwei Quadratmeter pro Tier bieten und sich über mindestens zwei Etagen erstrecken. Dabei kannst du entweder ein solches Gehe selber bauen oder du funktionierst ein eigenes Zimmer zum Frettchengehege um. Dort können sie sich immer dann aufhalten, wenn du etwas Ruhe benötigst oder bei der Arbeit bist.
Du kannst dort einen Katzenkratzbaum als Klettermöglichkeit platzieren oder Tablare zum herumklettern befestigen.
Bei einem Aussengehege oder einem Gehege auf dem Balkon solltest du besonderes Augenmerk auf die Ausbruchsicherheit legen, da Frettchen wahre Ausbruchskünstler sind.
Auch bei den Frettchen gibt es mittlerweile verschiedene Farbvariationen.
Gehege- und Wohnungseinrichtung
Damit sich deine Frettchen wohlfühlen, benötigen Sie entweder draussen einen erdigen Boden um zu graben oder eine Box mit Möglichkeit zum buddeln für drinnen. Dies kann zum Beispiel eine Kiste mit Laub oder Sand sein. Röhren und Häuschen als Versteck- und Schlafmöglichkeiten und weitere Möglichkeiten für die Beschäftigung halten deine Tiere bei Laune. Mindestens eine Höhle pro Tier ist Pflicht, idealerweise direkt beim Fressnapf positioniert. Denn Frettchen essen gerne in der Geborgenheit ihrer Rückzugsmöglichkeit.
Ein Fressnapf wird ebenfalls benötigt, sowie natürlich ein entsprechender Wassernapf.
Für das grosse und kleine Geschäft kannst du eine offene Katzentoilette verwenden, welche mit Katzenstreu befüllt ist.
Alle Steckdosen und Kabel müssen geschützt sein. Achte auch immer darauf, ob deine Tiere sich nicht in der Waschmaschine, Tumbler oder einem anderen dunklen Ort aufhalten.
Benötigte Zeit für die Haltung von Frettchen
Frettchen schlafen pro Tag viele Stunden, bis zu 18 an der Zahl. Sie richten sich dabei am Rhythmus der Fütterungen aus. Eine Haltung ist deshalb auch mit einem Vollzeitjob möglich, wenn die Tiere dann in der freien Zeit entsprechende Aufmerksamkeit erhalten.
Für eine artgerechte Haltung benötigen die Frettchen mindestens 4 bis 6 Stunden Auslauf in der Wohnung, damit sie beschäftig und zufrieden sind.
Frettchen Ernährung
Als Raubtier benötigen Frettchen entsprechendes Futter, damit sie gesund bleiben. Dabei kannst du die Faustregel nehmen, dass ca. 70% bis 80% aus Fleisch besteht und die restlichen 20% bus 30% pflanzliche Nahrung sein kann.
Als Fleisch können zum Beispiel folgende Tiere verfüttert werden:
- Ratten
- Mäuse
- Kücken
- Wachteln
Es gibt auch spezielles Frettchenfutter in trockener oder feuchter Form, welches du als Ergänzung verfüttern kannst. Hunde- oder Katzenfutter solltest du nicht verfüttern, da dies zu gesundheitlichen Problemen oder Mangelerscheinungen führen kann.
Wie die meisten Tiere braucht auch das Frettchen immer Zugang zu frischem Wasser.
Auf Hundefutter sollte verzichtet werden, da diese nicht auf die Verdauung der Frettchen abgestimmt sind.
Pflege und Gesundheit beim Frettchen
Nicht alle Tierärzte kennen sich mit den kleinen Tieren aus, frage also unbedingt vorher nach ob entsprechende Expertise vorhanden ist. Beobachte deine Frettchen immer aufmerksam, ob sie sich vom Verhalten her verändern oder ob sie sich ansonsten auffällig verhalten.
Ausserdem kannst du die folgenden vorbeugenden Massnahmen treffen:
- Schneide regelmässig die Krallen
- Kontrolliere von Zeit zu Zeit die Ohren
- Regelmässiges Reinigen der Toilette ist notwendig
- Allfällige Tücher oder Stoffetzen in den Höhlen sollten monatlich gewaschen werden
Um Probleme zu vermeiden, solltest du Frettchen rechtzeitig kastrieren. Die Rüden geben auf diese Weise keinen so starken Geruch in der Ranz ab und sind zutraulicher. Die Fähe muss ohne Kastration zwingend gedeckt werden, ansonsten kann sie sterben.
Wenn du diese Dinge einhältst, werden sich deine Frettchen einer guten Gesundheit erfreuen und du wirst lange Freude an Ihnen haben.
Fazit
Frettchen sind bestimmt keine Haustiere für Jedermann. Insbesondere Einsteigern empfehlen wir, bei einem erfahrenen Halter vorbeizuschauen und sich einen Eindruck vom benötigten Aufwand zu machen. So süss die Tiere auch sind, so anspruchsvoll sind sie auch. Wenn du dich aber dafür entscheidest und du für die nötigen Bedingungen sorgst, können Frettchen als Haustiere viel Freude machen.